{"id":1496,"date":"2021-03-08T09:09:21","date_gmt":"2021-03-08T09:09:21","guid":{"rendered":"http:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/?p=1496"},"modified":"2021-03-08T09:09:21","modified_gmt":"2021-03-08T09:09:21","slug":"die-maer-von-der-modernen-medizin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/?p=1496","title":{"rendered":"Die M\u00e4r von der modernen Medizin"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die M\u00e4r von der modernen Medizin<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><em>Kubas so oft gepriesenes Gesundheitssystem ist vor allem ein erfolgreiches PR-Produkt, auf das westliche Journalisten regelm\u00e4\u00dfig hereinfallen<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir haben das beste Gesundheitssystem der Welt \u2013 nur krank werden darf man nicht.\u201c &#8211; So unverbl\u00fcmt beschreibt der kubanische Taxifahrer in La Habana die im Westen so oft gelobte Medizin seines Landes. Ein Detail ist dabei wichtig: Der Taxifahrer arbeitet auf eigene Rechnung und hat keine Lizenz f\u00fcr die eintr\u00e4gliche Strecke zum internationalen Flughafen. Von einem solchen, vom Staat mit eintr\u00e4glichem Gehalt und sonstigen, kleineren Privilegien gepamperten Fahrer h\u00e4tte sich der westliche Besucher wahrscheinlich schnell die vermeintlichen Vorz\u00fcge des kubanischen Gesundheitswesens erkl\u00e4ren lassen d\u00fcrfen &#8211; oft genug auf Englisch, damit es auch die ganze Welt versteht. Und in einer Art, wie es die staatlich zensierten Medien Kubas tagt\u00e4glich verk\u00fcnden, so dass inzwischen auch westliche Medienvertreter regelm\u00e4\u00dfig darauf hereinfallen. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Omara-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1497\" srcset=\"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Omara-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Omara-300x225.jpg 300w, https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Omara-768x576.jpg 768w, https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Omara-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Omara.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Omara Ruiz Urquiola links und die B\u00fcrgerrechtsaktivistin Ileana Hernandez.<br>Foto: Vallendar<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Dass das kubanische Gesundheitswesen in Wirklichkeit h\u00f6chst marode, korrupt und im \u00dcbrigen sehr auf Devisenerwirtschaftung gepolt ist, davon wei\u00df die kubanische Dissidentin Omara &nbsp;Ru\u00edz Urquiola (39) ein Lied zu singen.&nbsp; Als bei ihr Krebs diagnostiziert wurde, begann f\u00fcr die Kunstdozentin eine Odyssee durch die Unbilden kommunistischer Gesundheitsversorgung. \u201eEs dauerte Jahre, bis sie die richtige Diagnose erstellt hatten\u201c, klagt Omara. Als sie dann feststand \u2013&nbsp;Brustkrebs&nbsp;\u2013 fehlte es in der Klinik an n\u00f6tigen Medikamenten und Apparaturen, um die Behandlung erfolgreich zu Ende zu f\u00fchren. Immerhin: Omara lebt noch. Allerdings nicht wegen der vermeintlich guten kubanischen Gesundheitsversorgung, sondern weil sie durch private Verbindungen Zugang zum Gesundheitswesen der USA und Europas, Deutschland hat, wo sie regelm\u00e4\u00dfig medizinische Betreuung erh\u00e4lt. \u201eAuf Kuba bekommen allenfalls Parteibonzen und die kleinen, mittelgro\u00dfen Lakaien der Kommunistischen Partei in Ans\u00e4tzen das, was der Durchschnittsb\u00fcrger im Westen unter angemessener medizinischer Behandlung versteht\u201c, sagt Omara. Es f\u00e4ngt damit an, dass zwar die Operation kostenlos ist, die anschlie\u00dfende, medikament\u00f6se Behandlung aber nur gegen Geld, Devisen erfolgt, so dass oft ganze Familien ihr Erspartes zusammenlegen, um einen schwer erkrankten Angeh\u00f6rigen vor dem Tod zu bewahren. \u201eGehen Sie mal davon aus, dass ein knappes Drittel der Prostituierten am Malec\u00f3n (La Habanas Flaniermeile am Meer, Anm. d. Redaktion) daheim einen kranken Onkel, Oma oder Opa sitzen hat, die zu schwach und krank sind, um sich gegen die Willk\u00fcr im Gesundheitswesen zu wehren\u201c, sagt Omara. Wer es dennoch tut, sich j\u00fcngst wegen ausverkaufter Impfdosen gegen Covid-19 beschwert oder mit Kerzen, Trommeln und Fahnen gegen die unhaltbaren Zust\u00e4nde im kubanischen Gesundheitswesen protestiert, bekommt sehr schnell den Druck der Staatssicherheit zu sp\u00fcren \u2013 jungen Zivilmitarbeitern von Anfang zwanzig, die Andersdenkende traktieren und noch nicht wissen, was auf sie zukommt, sollten sie eines Tages auf die vermeintlichen Vorz\u00fcge eines kommunistischen Gesundheitswesens angewiesen sein \u2026<\/p>\n\n\n\n<p><em>Benedikt Vallendar<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die M\u00e4r von der modernen Medizin Kubas so oft gepriesenes Gesundheitssystem ist vor allem ein erfolgreiches PR-Produkt, auf das westliche Journalisten regelm\u00e4\u00dfig hereinfallen \u201eWir haben das beste Gesundheitssystem der Welt \u2013 nur krank werden darf man nicht.\u201c &#8211; So unverbl\u00fcmt beschreibt der kubanische Taxifahrer in La Habana die im Westen so oft gelobte Medizin seines [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1497,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[17],"tags":[],"class_list":["post-1496","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kuba"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1496","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1496"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1496\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1498,"href":"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1496\/revisions\/1498"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1497"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1496"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1496"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1496"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}