{"id":1924,"date":"2021-08-04T10:42:52","date_gmt":"2021-08-04T10:42:52","guid":{"rendered":"http:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/?p=1924"},"modified":"2021-08-04T10:42:52","modified_gmt":"2021-08-04T10:42:52","slug":"corona-ausbruch-im-frauentrakt-des-evin-gefaengnisses","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/?p=1924","title":{"rendered":"Corona-Ausbruch im Frauentrakt des Evin-Gef\u00e4ngnisses"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Corona-Ausbruch im Frauentrakt des Evin-Gef\u00e4ngnisses<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Mariam Claren: Geiselhaft der deutschen Staatsb\u00fcrgerin Nahid Taghavi<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"736\" src=\"http:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Mama_Mariam3-1024x736.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1925\" srcset=\"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Mama_Mariam3-1024x736.jpeg 1024w, https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Mama_Mariam3-300x216.jpeg 300w, https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Mama_Mariam3-768x552.jpeg 768w, https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Mama_Mariam3-1536x1104.jpeg 1536w, https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Mama_Mariam3.jpeg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Dieses Bild ist im Sommer 2018 in Istanbul entstanden. Der vorletzte gemeinsame Urlaub mit der Familie.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201eZwei von uns sind schon positiv getestet und in Quarant\u00e4ne. Wir anderen werden nicht getestet. Die Lage ist wirklich ernst, es hat einen Corona-Ausbruch in unserem Trakt gegeben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Am 12. Juli teilte mir dies meine Mutter Nahid Taghavi, deutsch-iranische politische Gefangene in einem Telefonat mit. Ich tat das, was ich seit ihrer willk\u00fcrlichen Verhaftung am 16. Oktober 2020 immer tat: An die \u00d6ffentlichkeit gehen um auf das Schicksal der politischen Gefangenen aufmerksam zu machen. Ich schloss mich mit den Familien der anderen Gefangenen kurz \u2013 sie hatten alle die besorgniserregenden Nachrichten erhalten. Wie immer informierte ich auch das Ausw\u00e4rtige Amt in Berlin.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Tagen darauf erreichte uns ein positiver Corona-Fall nach dem anderen. Mit viel Druck wurden endlich allen Frauen getestet. Die niederschmetternde Nachricht dann am 21. Juli: Auch meine Mutter war Corona-positiv und wurde auf die Quarant\u00e4ne-Station verlegt. Da alle positiv-getesteten Frauen in den Hafturlaub entlassen worden waren, bem\u00fchte sich meine Familie vor Ort sowie unsere Anw\u00e4lte, auch einen medizinischen Hafturlaub f\u00fcr meine Mutter zu erwirken. Von Gespr\u00e4chen mit der Gef\u00e4ngnisbeh\u00f6rde bis hin zu Antr\u00e4gen bei dem zust\u00e4ndigen Richter, nichts blieb unversucht. Tagelang verbrachte meine Familie Stunden in Wartezimmern, nur um immer wieder Absagen zu erhalten. Niemand wollte zust\u00e4ndig sein, Beh\u00f6rde A spielte den Ball an Beh\u00f6rde B und zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Der unsichtbare Elefant im Raum: Die Revolutionsgarde, der \u201eStaat im Staat\u201c in der Islamischen Republik Iran. Sie kontrolliert gro\u00dfe Teile des Milit\u00e4rs, der Wirtschaft, der Politik und auch des Justizsystems. Das letzte Wort liegt bei ihnen \u2013 und wenn sie sich gegen den Hafturlaub meiner Mutter entscheiden, dann ist das gesetzt. Immer wieder hat die Revolutionsgarde in den letzten Jahren Doppelstaater willk\u00fcrlich inhaftiert und als Faustpfand gegen das andere Land benutzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine 66-j\u00e4hrige Mutter Nahid Taghavi, Corona-positiv und mit Vorerkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes besonders gef\u00e4hrdet, ist nun dieser Willk\u00fcr ausgesetzt. Von klassischen Symptomen wie Fieber, Sch\u00fcttelfrost, \u00dcbelkeit und Gliederschmerzen geplagt, k\u00f6nnen ihr auf Grund ihrer Diabetes keine klassischen lebenswichtigen Infusionen gesetzt werden. Zum gr\u00f6\u00dften Teil alleine auf der Quarant\u00e4ne-Station wird sie von den wenig noch nicht erkrankten Frauen versorgt. Jedem Anruf aus dem Evin-Gef\u00e4ngnis entgegne ich mit gro\u00dfer Sorge.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Iran erkennt die doppelte Staatsb\u00fcrgerschaft nicht an, daher gew\u00e4hrt die iranische Justiz der deutschen Botschaft keinen konsularischen Zugang. Die Wahrheit ist aber, dass meine Mutter wegen ihrer deutschen Staatsb\u00fcrgerschaft anders \u2013 und zwar in dem Fall schlechter \u2013 behandelt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Weder meine Mutter Nahid Tahami noch die anderen politischen Gefangenen haben es verdient in den Gef\u00e4ngnissen der Islamischen Republik Iran zu sein. Die offensichtlichen Menschenrechtsverletzungen m\u00fcssen von der Bundesrepublik Deutschland genannt, verurteilt und mit entsprechenden Konsequenzen belegt werden. Solange wirtschaftliche Interessen wichtiger sind, gewinnt das Unrecht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Corona-Ausbruch im Frauentrakt des Evin-Gef\u00e4ngnisses Mariam Claren: Geiselhaft der deutschen Staatsb\u00fcrgerin Nahid Taghavi \u201eZwei von uns sind schon positiv getestet und in Quarant\u00e4ne. Wir anderen werden nicht getestet. Die Lage ist wirklich ernst, es hat einen Corona-Ausbruch in unserem Trakt gegeben.\u201c Am 12. 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