{"id":2112,"date":"2021-11-09T16:45:56","date_gmt":"2021-11-09T16:45:56","guid":{"rendered":"http:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/?p=2112"},"modified":"2021-11-09T16:45:56","modified_gmt":"2021-11-09T16:45:56","slug":"hernandez-unabhaengige-presse-entlarvt-die-propagandaluegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/?p=2112","title":{"rendered":"Hern\u00e1ndez: Unabh\u00e4ngige Presse entlarvt die Propagandal\u00fcgen"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Hern\u00e1ndez: Unabh\u00e4ngige Presse entlarvt die Propagandal\u00fcgen<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p><strong>Der 11. Juli war ein schwerer Schlag f\u00fcr die kommunistische Diktatur und am 15. November blickt die Welt erneut auf Kuba<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a> <strong>Die offiziellen Medien der kubanischen Diktatur haben auf Kuba ihr Monopol und damit die politische Deutungshoheit verloren. Staatsunabh\u00e4ngige Journalisten berichten mit Hilfe der sozialen Medien \u00fcber fehlende Lebensmittel, Umweltverbrechen und vielf\u00e4ltige Missst\u00e4nde in der staatlichen Kommandowirtschaft und Gesundheitswesen, \u00fcber Korruption und staatliche L\u00fcgen. BfM befragte dazu die unabh\u00e4ngige Journalisten <\/strong><strong>Iliana Hern\u00e1ndez<\/strong><strong>.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Immer wieder treten Intellektuelle mit Kritik an der kommunistischen Partei und der von ihr gef\u00fchrten Regierung hervor. Gibt es eine neue Avantgarde, die das Machtmonopol der Kommunisten in Frage stellt?<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ja die gibt es. Seit ungef\u00e4hr einem Jahr ist die Anzahl an Intellektuellen und K\u00fcnstlern, aber auch an normalen B\u00fcrgern, die offen Kritik am Regime und den Verh\u00e4ltnissen in Kuba \u00fcben, deutlich angestiegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das h\u00e4ngt mit zwei Dingen zusammen. Zum einen mit der Covid-19 Pandemie, die das vom Tourismus abh\u00e4ngige Kuba wirtschaftlich sehr schwer getroffen hat. Dies f\u00fchrte zu einer signifikanten Verschlechterung der Versorgungslage. Selbst einfache Grundnahrungsmittel sind oft nur sehr schwer zu bekommen. Wenn es etwas gibt, muss man viele Stunden, oft sogar Tage daf\u00fcr anstehen. Gleichzeitig wurden Gesch\u00e4fte er\u00f6ffnet, in denen man nur mit freikonvertierbarer W\u00e4hrung einkaufen kann. Diese Gesch\u00e4fte haben deutlich mehr Waren vorr\u00e4tig. Das macht die Menschen nat\u00fcrlich unzufrieden. Zum anderen wurde in Kuba vor wenigen Jahren das mobile Internet eingef\u00fchrt. Die Kubaner haben jetzt Zugang zu den sozialen Medien und k\u00f6nnen sich dort relativ unzensiert \u00fcber die Welt informieren. Dadurch steigt das Bewusstsein daf\u00fcr, dass in Kuba so einiges im Argen liegt. Deshalb fordern immer mehr Menschen nun politische und wirtschaftliche Ver\u00e4nderungen.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Welche Rolle spielen staatsunabh\u00e4ngige Journalisten?<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Rolle der unabh\u00e4ngigen Presse besteht darin die Wahrheit \u00fcber Kuba zu berichten. Ihre Aufgabe ist es die Propagandal\u00fcgen des Regimes zu entlarven. Sie berichtet \u00fcber den harten Alltag der Kubaner und gibt denjenigen Kubanern eine Stimme, die in der staatlichen Presse nie zu Wort kommen. In der unabh\u00e4ngigen Presse kommen die Armen und Unterdr\u00fcckten frei zu Wort. Das sind die Kubaner, die die Diktatur zum Schweigen bringen m\u00f6chte. Aus diesem Grund sind wir unabh\u00e4ngige Journalisten st\u00e4ndiger Verfolgung durch die kubanische Stasi ausgesetzt. Denn wir entlarven den Mythos der kubanischen Revolution als das was er ist. Eine surrealistische Fantasie, die nur in den K\u00f6pfen der Parteibonzen und einiger verblendeter Linker im Ausland existiert. Seit 62 Jahren wird nun dieses M\u00e4rchen der sozial gerechten Revolution erz\u00e4hlt, wir zeigen dagegen die extrem ungerechte kubanische Realit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"960\" height=\"666\" src=\"http:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bild1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2114\" srcset=\"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bild1.jpg 960w, https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bild1-300x208.jpg 300w, https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bild1-768x533.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><figcaption><br>Die unabh\u00e4ngige Journalistin Iliana Hernandez im Interview mit Botschafter f\u00fcr Menschenrechte<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><em><strong>Was sind die Folgen des 11. Juli f\u00fcr die Demokratiebewegung auf Kuba?<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der 11. Juli war ein schwerer Schlag f\u00fcr die kommunistische Diktatur. Gleichzeitig war er f\u00fcr die Demokratiebewegung ein Tag der Hoffnung. F\u00fcr die Dissidenten und die unabh\u00e4ngigen Journalisten, die sich seit langem friedlich f\u00fcr eine Demokratisierung Kubas einsetzen war dieser Tag ein gro\u00dfes Geschenk. Wir mussten uns jahrelang anh\u00f6ren, dass unsere Arbeit umsonst sei, dass die Kubaner nie aufwachen und protestieren w\u00fcrden. Sogar meine eigene Mutter sagte mir immer wieder, dass meine Bem\u00fchungen bei den Kubanern ein kritisches Bewusstsein zu schaffen zwecklos seien. Der 11. Juli hat das Gegenteil bewiesen<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Tag hat allen gezeigt, dass die Kubaner sehr wohl in der Lage sind auf die Stra\u00dfe zu gehen und Ver\u00e4nderungen einzufordern. Er zeigt den Kubanern allerdings auch dass der Weg des Protestes der einzige ist um Ver\u00e4nderungen herbeizuf\u00fchren, denn freiwillig wird sich das Regime nicht bewegen. Durch die brutale Repression der Proteste sind nun noch mehr Kubaner offen gegen das Regime eingestellt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Insbesondere die Familien und Angeh\u00f6rigen der verhafteten Demonstranten geh\u00f6ren mittlerweile zu den gl\u00fchendsten Kritikern der Diktatur. Der Effekt das 11. Juli ist so bedeutend, dass man den Tag auch als den Tag des Erwachens\u201c bezeichnen k\u00f6nnte. Kubas Machtelite tut alles, um Stimmen von Diktatur-Kritikern wie Daniel Ferrer, Felix Navarro, Guillermo Farinas oder die Damen in Wei\u00df zum Schweigen zu bringen. Macht es da Sinn, wenn sich weitere Kubanerinnen und Kubaner in Gefahr begeben und selbst zu politischen Gefangenen werden?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nun, die Diktatur unternimmt nicht nur alles M\u00f6gliche, um die prominenten Dissidenten zum Schweigen zu bringen, sie macht das bei allen Kubanern. Zurzeit trifft es zum Beispiel den Dramaturgen Yunior Garcia, der die Gruppe Archipielago (Archipel) gegr\u00fcndet hat. Diese Gruppe versucht seit einigen Monaten f\u00fcr den 15. November friedliche Demonstrationen f\u00fcr Demokratie im ganzen Land zu organisieren. Sie haben auch versucht diese offiziell bei den Beh\u00f6rden anzumelden. Die Beh\u00f6rden haben die Demonstrationen jedoch verboten, da Kuba eben kein Rechtsstaat ist. Yunior Garcia, der vorher nie politisch in Erscheinung getretenen ist, ist nun Opfer einer unversch\u00e4mten medialen Hetzkampagne. Er wird beinahe t\u00e4glich in den gro\u00dfen staatlichen Zeitungen und in den Abendnachrichten des Staatsfernsehens verunglimpft. Das Regime stellt ihn als von den USA bezahlten S\u00f6ldner und Verr\u00e4ter hin, und versucht sogar ihn in die N\u00e4he des Terrorismus zu r\u00fccken. Au\u00dferdem wird gedroht ihn f\u00fcr Jahre ins Gef\u00e4ngnis zu stecken, falls es am 15. November zu Demonstrationen kommen sollte. Allerdings bin ich der Meinung, dass diese widerliche Kampagne nicht den erhofften Effekt hat, ganz im Gegenteil. Die Kubaner haben es satt vom Regime st\u00e4ndig belogen und manipuliert zu werden. Sie finden es auch ungerecht, dass das Regime st\u00e4ndig gemeine L\u00fcgen \u00fcber die Kubaner erz\u00e4hlt, die es wagen die Verh\u00e4ltnisse im Land zu kritisieren. Ich denke dadurch wird den Menschen nur noch klarer, wie dringend wir einen demokratischen Wandel in unserem Land ben\u00f6tigen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"720\" height=\"440\" src=\"http:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bild2-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2115\" srcset=\"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bild2-1.jpg 720w, https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bild2-1-300x183.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><figcaption><br>Iliana berichtet \u00fcber und beteiligt sich an den friedlichen Protesten gegen die Diktatur.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong><em>Denken Sie, dass sich am 15. November die Proteste des 11. Juli wiederholen werden? F\u00fcrchten Sie Gewaltausbr\u00fcche?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich denke, dass es am 15 November im ganzen Land zu Demonstrationen kommen wird. Ich erwarte eine hohe Beteiligung, insbesondere der Jugend. Die Jugend hat die L\u00fcgen des Regimes satt. Aber auch die \u00c4lteren werden sich beteiligen, auf ihre Art. Vielleicht trauen sie sich nicht aus dem Haus, aber auch sie werden sich aus Solidarit\u00e4t mit den Demonstranten in Wei\u00df kleiden. Wenn man ein offenes Ohr auf der Stra\u00dfe hat und zuh\u00f6rt was in den langen Schlangen vor den Lebensmittelgesch\u00e4ften so geredet wird, bekommt man eindeutig den Eindruck, dass viele Menschen am 15. November demonstrieren gehen, werden. Allerdings ist die Diktatur im Gegensatz zum 11. Juli dieses Mal vorgewarnt. Deshalb bef\u00fcrchte ich, dass es zu Gewalt kommen wird. Andererseits ist auch die Welt\u00f6ffentlichkeit vorab informiert und wird ihre Augen an diesem Tag auf Kuba richten. Dies sollte das Regime hoffentlich davon abhalten, allzu brutal zu reagieren. And Drohungen mangelt es jedoch nicht. Neben Gewalt wird auch mit hohen Haftstrafen gedroht. Ich denke jedoch nicht, dass das viel bringen wird. Ich glaube, dass der Diktatur nicht mehr mal ein Jahr bleiben wird, denn die Kubaner haben sich f\u00fcr die Freiheit entschieden.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Welche Vision haben Sie f\u00fcr das Kuba der Zukunft?<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das Kuba der Zukunft ist f\u00fcr mich ein Kuba ohne die kommunistische Partei. Dies w\u00e4re ein gl\u00fcckliches und freies Kuba. Ein Land, in dem die Menschen frei sind, ihre Unternehmen zu gr\u00fcnden und Wohlstand zu schaffen. Die Kubaner sind eigentlich hart arbeitende Menschen, und im Kuba der Zukunft k\u00f6nnten sie dieses Potenzial voll entfalten. Es w\u00fcrde sehr gute Bildung f\u00fcr alle geben, die nicht vollkommen politisiert ist und nur der Indoktrination dient, wie heute der Fall. Das Kuba von Heute ist ein trauriges und armes Land. Die Menschen sind traurig, weil es so viele politische Gefangene gibt und weil es so viel Elend gibt. Das Kuba von Morgen ist dagegen ein gl\u00fcckliches Land mit einer wachsenden Wirtschaft und einer lebendigen Zivilgesellschaft und einer offenen, freien politischen Kultur. Die B\u00fcrger d\u00fcrfen sich in Parteien organisieren, Wahlkampf betreiben und am Ende ihre Regierung frei w\u00e4hlen. Die Regierung wird daf\u00fcr sorgen, dass Alle Kubaner die gleichen M\u00f6glichkeiten und Rechte haben. Sie wird den Schwachen helfend unter die Arme greifen, damit auch sie ihr Potenzial entwicklen. Vor allem aber wird sie die Menschenrechte aller Kubaner achten und sch\u00fctzen. Dies ist das wichtigste Ziel im neuen Kuba. Nach \u00fcber 60 Jahren Diktatur, Unterdr\u00fcckung und Armut brauchen wir eine prosperierende und freie Gesellschaft, die unsere Menschenrechte sch\u00fctzt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Fragen stellte Fernando Rivas.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hern\u00e1ndez: Unabh\u00e4ngige Presse entlarvt die Propagandal\u00fcgen Der 11. Juli war ein schwerer Schlag f\u00fcr die kommunistische Diktatur und am 15. November blickt die Welt erneut auf Kuba Die offiziellen Medien der kubanischen Diktatur haben auf Kuba ihr Monopol und damit die politische Deutungshoheit verloren. 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