{"id":2273,"date":"2022-02-25T11:28:25","date_gmt":"2022-02-25T11:28:25","guid":{"rendered":"http:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/?p=2273"},"modified":"2022-02-25T11:28:25","modified_gmt":"2022-02-25T11:28:25","slug":"prominenter-kubanischer-buergerrechtler-ist-erneut-politischer-gefangener","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/?p=2273","title":{"rendered":"Prominenter kubanischer B\u00fcrgerrechtler ist erneut politischer Gefangener"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Prominenter kubanischer B\u00fcrgerrechtler ist erneut politischer Gefangener<\/h1>\n\n\n\n<p>Felix Navarro wurde am 10. Juli 1953 in Perico, Kuba, geboren. Er ist Vorsitzender der Demokratischen Partei Pedro Luis Boitel. Nach den massiven Protesten vom 11. Juli 2021 erkundigte sich Navarro auf der Polizeistation von Perico in Matanzas nach dem Schicksal seiner Parteifreunde, die am Vortag festgenommen worden waren (er selbst hatte an den Protesten nicht teilgenommen). Ohne ersichtlichen Grund wurde er daraufhin von der Polizei festgenommen und wenig sp\u00e4ter ins Gef\u00e4ngnis \u201eCombinado del Sur\u201c in Matanzas gebracht, wo er bis heute inhaftiert ist. Unter dem Vorwurf der \u201c\u00f6ffentlichen Unruhe\u201d fordert die kubanische Justiz 15 Jahre Haft f\u00fcr Navarro.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Fe\u0301lix_Navarro_Rodri\u0301guez-1-1024x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2275\" srcset=\"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Fe\u0301lix_Navarro_Rodri\u0301guez-1-1024x1024.jpeg 1024w, https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Fe\u0301lix_Navarro_Rodri\u0301guez-1-300x300.jpeg 300w, https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Fe\u0301lix_Navarro_Rodri\u0301guez-1-150x150.jpeg 150w, https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Fe\u0301lix_Navarro_Rodri\u0301guez-1-768x768.jpeg 768w, https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Fe\u0301lix_Navarro_Rodri\u0301guez-1-1536x1536.jpeg 1536w, https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Fe\u0301lix_Navarro_Rodri\u0301guez-1-2048x2048.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption><em>Der Regimekritiker wurde am 12. Juli 2021 verhaftet, weil er sich am Tag zuvor auf der Polizeistation nach seinen Parteikollegen erkundigt hatte, die w\u00e4hrend der Proteste vom 11. Juli festgenommen worden waren. Aktuell wird er im Gef\u00e4ngnis \u201cCombinado del Sur\u201d in Matanzas festgehalten. Die Justiz fordert 15 Jahre Haft. Navarro erkrankte in Haft an Covid-19 und befindet sich aktuell in einer schlechten gesundheitlichen Verfassung.<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Festnahme w\u00e4hrend der Proteste im Juli 2021<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Tausende Menschen gingen am 11. Juli 2021 in mehreren St\u00e4dten Kubas auf die Stra\u00dfe, um gegen die Verknappung von Lebensmitteln und Medikamenten zu protestieren und das Ende der Diktatur zu fordern. Die Proteste gelten als gr\u00f6\u00dfte Demonstrationen, die Kuba seit Jahren erlebt hat. Das kubanische Regime reagierte mit Zensur und Gewalt auf die Proteste. Hunderte Menschen wurden willk\u00fcrlich verhaftet und gelten teilweise noch immer (Stand Dezember 2021) als vermisst. Auf der Suche nach seinen Kollegen wurde Navarro am 12. Juli 2021 auf dem Polizeirevier von Perico verhaftet und in die Polizeieinsatzzentrale in Matanzas gebracht, wo er bis zum 19. Juli festgehalten wurde. Man teilte ihm mit, dass ein Gericht entschieden habe, dass er bis zum Beginn seines Prozesses im Gef\u00e4ngnis bleiben m\u00fcsse. Erst im Oktober 2021 wurde bekannt, dass die kubanische Justiz \u00f6ffentlich 15 Jahre Haft f\u00fcr ihn fordert.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Haftbedingungen und gesundheitlicher Zustand<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Bis zum 24. Juli hatte seine Familie Kontakt zu Navarro. Er teilte ihnen mit, dass er im Gef\u00e4ngnis \u201eCombinado del Sur\u201c in Matanzas in Einzelhaft gehalten wurde und nun ins Milit\u00e4rkrankenhaus von Matanzas gebracht werden solle, weil er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Im Krankenhaus war Navarro auf&nbsp; Sauerstoff-Zufuhr angewiesen, da seine Lungenwerte zeitweise kritisch waren. Der 68-J\u00e4hrige ist vorerkrankt und leidet an Migr\u00e4ne und Diabetes.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 23. August 2021 trat Navarro in einen Hungerstreik. Hierdurch verlor er so viel Gewicht, dass er den Hungerstreik aus Angst um sein Leben am 21. September 2021 wieder beendete. Sein Zustand bleibt weiterhin kritisch, allerdings liegen nur wenige Informationen zu seiner Gesundheit vor, da der Kontakt zu seiner Familie vom Gef\u00e4ngnispersonal unterbunden wird.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend seiner Inhaftierung ist Navarro st\u00e4ndiger Schikane durch die Gef\u00e4ngnisbeh\u00f6rden ausgesetzt, die beispielsweise seine Habseligkeiten beschlagnahmen und ihm das Schreiben und Lesen verbieten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hintergrund<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Felix Navarro wuchs in einer Bauernfamilie auf. Er hat zwei Br\u00fcder und wurde von seinem Vater antikommunistisch erzogen. Nach seiner Einschulung wurde Navarro direkt in die zweite Klasse versetzt, da er bereits lesen und schreiben konnte. Nach dem Schulabschluss arbeitete er zun\u00e4chst als Grundschullehrer in einer Schule auf dem Land. Seit 1976 unterrichtete er Sch\u00fcler der Oberstufe in Physik und Astronomie.<\/p>\n\n\n\n<p>1992 wurde Navarro zum ersten Mal inhaftiert, weil er Graffiti gespr\u00fcht und Plakate aufgeh\u00e4ngt hatte, die das Castro-Regime kritisierten. In Folge dessen wurde ihm von den Beh\u00f6rden verboten, weiter als Lehrer zu arbeiten. 2003 war er einer der 75 politischen Gefangenen, die das Regime im Rahmen des so genannten \u201eSchwarzen Fr\u00fchlings\u201c festgenommen hatte. Navarro wurde daraufhin zu 50 Jahren Haft in Guant\u00e1namo verurteilt. 2011 wurde er im Rahmen einer zwischen der katholischen Kirche und der kubanischen Regierung ausgehandelten Sonderstrafgenehmigung freigelassen. Navarro weigerte sich, ins Exil zu gehen, und beschloss, in Kuba zu bleiben und weiter f\u00fcr Demokratie auf der Insel zu k\u00e4mpfen. Seine Tochter Sayli Navarro wird ebenfalls vom kubanischen Regime verfolgt.<\/p>\n\n\n\n<p>Stand: Dezember 2021<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Prominenter kubanischer B\u00fcrgerrechtler ist erneut politischer Gefangener Felix Navarro wurde am 10. Juli 1953 in Perico, Kuba, geboren. Er ist Vorsitzender der Demokratischen Partei Pedro Luis Boitel. Nach den massiven Protesten vom 11. 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