{"id":2594,"date":"2022-12-15T15:50:41","date_gmt":"2022-12-15T15:50:41","guid":{"rendered":"http:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/?p=2594"},"modified":"2022-12-19T16:13:58","modified_gmt":"2022-12-19T16:13:58","slug":"ueber-1000-politische-gefangene-massenexodus-der-jugend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/?p=2594","title":{"rendered":"<strong>\u00dcber 1000 politische Gefangene \u2013 Massenexodus der Jugend<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kuba 2022: &nbsp;<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u00dcber 1000 politische Gefangene \u2013 Massenexodus der Jugend<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p><strong>Innerhalb von zwei Jahren haben \u00fcber 200.000 Kubanerinnen und Kubaner die Karibikinsel verlassen, weil sie in ihrer Heimat f\u00fcr sich keine erstrebenswerte Zukunft sehen. Die meisten von ihnen sind j\u00fcnger als 30 Jahre. Sie nehmen gef\u00e4hrliche und beschwerliche Wege \u2013 zum Beispiel \u00fcber Nicaragua \u2013 in Kauf. Ihr Ziel sind die USA<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Kubas erschreckende Menschenrechtsbilanz 2022 hat eine bewegte Vorgeschichte. Seit der Machtergreifung durch die heutige Machtelite im Jahr 1959 droht auf der Karibikinsel Andersdenkenden systematische Verfolgung, Gef\u00e4ngnis, Folter und Tod. Generationen von Kubanern sind in der Diktatur aufgewachsen und konnten nie eine freie Presse, politische Vielfalt, freie Gewerkschaften oder offene Kritik an den Herrschenden miterleben.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"491\" height=\"714\" src=\"http:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/cropped-PHOTO-2022-12-15-10-51-01-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2600\" srcset=\"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/cropped-PHOTO-2022-12-15-10-51-01-1.jpg 491w, https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/cropped-PHOTO-2022-12-15-10-51-01-1-206x300.jpg 206w\" sizes=\"auto, (max-width: 491px) 100vw, 491px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Mangelwirtschaft und fehlende medizinische Versorgung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Kubanerinnen und Kubaner haben jahrzehntelang unter Mangelwirtschaft, fehlender medizinische Versorgung, Hygieneproblemen und Korruption gelitten. Sie mussten zusehen, wie Touristen aus aller Welt und die herrschende politische Klasse aus dem Vollen sch\u00f6pfen k\u00f6nnen, w\u00e4hrend sie selbst tagt\u00e4glich weder Milchprodukte, noch Fleisch oder Fisch einkaufen k\u00f6nnen. Katastrophal ist auch die medizinische Versorgung, denn viele \u00c4rzte und Medizinpersonal werden, zum Teil gegen ihren Willen, an das Ausland ausgeliehen, wo sie Devisen einbringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Den \u201enormalen\u201c Kubanerinnen und Kubanern wurde gesagt, dass alles besser werde und sie haben immer wieder vergeblich auf Verbesserungen gehofft. Doch \u00fcber 60 Jahre lang wurde kein Versprechen der kommunistischen Machtelite an das kubanische Volk erf\u00fcllt. Zwar wurden die Funktion\u00e4re und ihre Familie immer reicher, aber die Not der Bev\u00f6lkerung wuchs. Friedliche Proteste der Damen in Wei\u00df, der K\u00fcnstlerbewegung San Isidro, der B\u00fcrgerrechtsbewegung UNPACU oder auch Einzelproteste wie der von Luis Robles Elizastegui wurden von der kubanischen Staatssicherheit schnell erstickt, wurden aber stark beachtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Ausbruch der Corona-Pandemie wurde die Situation der kubanischen Bev\u00f6lkerung so trostlos, dass sich pl\u00f6tzlich der stille Protest in lautstarke Demonstrationen wandelte. Der 11. Juli 2021 wurde zu einem Schicksalstag f\u00fcr Kuba. Landesweit protestierten Kubanerinnen und Kubaner gegen Verelendung, Misswirtschaft, Hunger, Stromausf\u00e4lle, gebrochene Reformversprechen und die jahrzehntelange Unterdr\u00fcckung durch die alleinregierende Kommunistische Partei. Die herrschende Machtelite unter dem Pr\u00e4sidenten und Parteichef Miguel Diaz-Chanel schlug die Proteste mit brutaler H\u00e4rte nieder. Tausende Demonstranten wurden verhaftet oder von der kubanischen Geheimpolizei an unbekannte Orte verschleppt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In unfairen Schnellverfahren und ohne die Chance f\u00fcr eine Verteidigung wurden bisher 700 Demonstranten, darunter auch Minderj\u00e4hrige, zu Gef\u00e4ngnisstrafen bis zu 25 Jahren verurteilt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Unter den Gefangenen sind viele Menschen, die durch Zufall die Demonstrationen miterlebten oder die, wie der Dresdener Luis Frometa Compte, spontan mitdemonstrierten und das Geschehen mit ihren Mobiltelefonen durch Fotos und Handyvideos dokumentierten. Gerade deshalb werden sie kriminalisiert und mit besonderer H\u00e4rte bestraft, denn die Brutalit\u00e4ten der kubanischen Polizei gegen Demonstranten sollen nicht \u00f6ffentlich werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"776\" height=\"500\" src=\"http:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/image001-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2597\" srcset=\"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/image001-1.png 776w, https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/image001-1-300x193.png 300w, https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/image001-1-768x495.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 776px) 100vw, 776px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Luis Robles Elizastegui ist einer der bekanntesten politischen Gefangenen Kubas. Er wurde am 4. Dezember 2020 auf der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone San Rafael in Havanna verhaftet, weil er ein Schild mit der Aufschrift &#8222;Freiheit. Keine Unterdr\u00fcckung mehr. Freiheit f\u00fcr Denis\u201c gezeigt hatte. Er wollte mit seinem friedlichem \u201eEinpersonenprotest\u201c f\u00fcr die sofortige Freilassung des Rappers Denis Solis eintreten und wurde selbst zum politischen Gefangenen.\u00a0<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Inhaftiert wurden aber auch zahlreiche weitere Personen, die nicht selbst protestiert hatten, sondern sich nur an den Tagen danach erkundigten, wo ihre Freunde sind, die zu den Protestteilnehmern geh\u00f6rt hatten. Einer dieser Verschwundenen ist der langj\u00e4hrige politische Gefangene Daniel Ferrer, Gr\u00fcnder und Sprecher der B\u00fcrgerrechtsbewegung UNPACU. Ferrer wurde am 12. Juli 2021 verschleppt und ist seit dieser Zeit in Haft. Einer der sich nach verschleppten Demonstranten erkundigte, ist der B\u00fcrgerrechtler Felix Navarro.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Keine Trauminsel f\u00fcr Touristen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Kubas diktatorische Regierung wirbt nach der Corona-Pandemie wieder um Urlauber aus dem reichen Westen. Sie hofft auf zahlungskr\u00e4ftige, uninformierte Besucher, die in kurzer Zeit viel konsumieren und in den Touristenghettos bleiben, ohne der Bev\u00f6lkerung zu begegnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Aber, den politischen Gefangenen und den \u201enormalen\u201c Kubanern hilft es nicht, wenn devisenbringende Besucher aus dem Ausland ihren Urlaub auf der Gef\u00e4ngnisinsel verbringen. Alle diese Einnahmen bereichern nur die Unterdr\u00fccker und helfen beim Ausbau des Unterdr\u00fcckungssystems. Dies alles sollten Touristen wissen und ber\u00fccksichtigen, wenn Sie eine Urlaubsreise in die Karibik planen. Wer kann schon einen Traumurlaub geneiessen, wenn der das Leid und Elend in der N\u00e4he wei\u00df?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Anna Maria Pedron<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kuba 2022: &nbsp; \u00dcber 1000 politische Gefangene \u2013 Massenexodus der Jugend Innerhalb von zwei Jahren haben \u00fcber 200.000 Kubanerinnen und Kubaner die Karibikinsel verlassen, weil sie in ihrer Heimat f\u00fcr sich keine erstrebenswerte Zukunft sehen. Die meisten von ihnen sind j\u00fcnger als 30 Jahre. 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