{"id":2897,"date":"2023-04-18T15:26:39","date_gmt":"2023-04-18T15:26:39","guid":{"rendered":"http:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/?p=2897"},"modified":"2023-04-18T15:51:58","modified_gmt":"2023-04-18T15:51:58","slug":"china-einheit-ueber-glaubensfreiheit-kp-treuer-bischof-betreibt-sinisierung-von-katholiken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/?p=2897","title":{"rendered":"China: \u201eEinheit \u00fcber Glaubensfreiheit \u2013 KP-treuer Bischof betreibt Sinisierung von Katholiken\u201c"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\">China: \u201eEinheit \u00fcber Glaubensfreiheit \u2013 KP-treuer Bischof betreibt Sinisierung von Katholiken\u201c<\/h1>\n\n\n\n<p> Martin Lessenthin<\/p>\n\n\n\n<p>Waren Sie an Ostern in der Kirche? Wer hierzulande einen Gottesdienst besuchen wollte, konnte dies ohne Probleme tun. F\u00fcr Christen in Deutschland ist dies eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Ganz anders sieht es dagegen in der Volksrepublik China aus. Denn das Land wird von der Kommunistischen Partei totalit\u00e4r gef\u00fchrt und kontrolliert. Das trifft besonders auch gl\u00e4ubige Menschen. Das Regime strebt n\u00e4mlich eine vollst\u00e4ndige Sinisierung des Landes an. Mit dem Begriff der \u201eSinisierung\u201c bezeichnet man die erzwungene Assimiliation an die chinesische Kultur. Darunter leiden besonders kulturelle und religi\u00f6se Minderheiten. Ziel ist eine umfassende Gleichschaltung aller Glaubensgemeinschaften. So sind Christen, buddhistische Tibeter oder muslimische Uiguren tagt\u00e4glich Opfer der staatlichen Siniserungspolitik. In China leben rund zw\u00f6lf Millionen Katholiken, die in staatlich sanktionierte und Untergrundkirchen aufgeteilt sind. Religionsfreiheit und eine freie Aus\u00fcbung des Glaubens gibt es f\u00fcr Christen in China nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer das Regime kritisiert, sich f\u00fcr Menschen- oder Minderheitenrechte engagiert oder schlichtweg eine Meinung \u00f6ffentlich \u00e4u\u00dfert, die der KP missf\u00e4llt, wird in der Volksrepublik China verfolgt, willk\u00fcrlich verhaftet und muss um sein Leben f\u00fcrchten. Der Druck auf Gl\u00e4ubige der chinesischen Untergrundkirchen durch die F\u00fchrung der diktatorisch regierenden Kommunistischen Partei steigt weiter stark an \u2013 nun auch noch durch KP-nahe Bisch\u00f6fe, die \u201aEinheit \u00fcber die Glaubensfreiheit\u2018 stellen. So hat Bischof Joseph Han Zhi-hai von Lanzhou in der Provinz Gansu in Nord-Zentral-China gefordert, dass sich alle katholischen Geistlichen in China bei der Regierung registrieren lassen sollten. Offiziell hei\u00dft es, so solle die Spaltung zwischen ihnen in staatlich sanktionierten Kirchen und Untergrundkirchen beendet werden. Laut Han gebe es \u201eeine neue Situation, die sich in vielerlei Hinsicht von der fr\u00fcherer Jahrzehnte unterscheidet, als es nichts gab und etwas zu entstehen begann\u201c. Deshalb glaube er, dass \u201ewir die Gesetze unseres Landes respektieren und unser apostolisches Werk der Verk\u00fcndigung des Evangeliums im Rahmen der in unserem Land geltenden Gesetzgebung durchf\u00fchren m\u00fcssen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Aussagen sind aus Sicht der Gl\u00e4ubigen be\u00e4ngstigend, die KP-F\u00fchrung d\u00fcrfte hingegen hoch zufrieden sein. Denn solche Bischofsworte spielen dem Regime bei der Sinisierung des Landes in die H\u00e4nde. Bischof Han suchte 2017 die Anerkennung durch die chinesische Regierung. F\u00fcr die Gl\u00e4ubigen in seinem Bistum d\u00fcrfte das damals eine Kehrtwende bedeutet haben \u2013 weg von der religi\u00f6sen Unabh\u00e4ngigkeit hin zum staatlich \u00fcberwachten Glauben. Denn sein Vorg\u00e4nger Bischof Philip Yang Libai wurde 1981 heimlich geweiht und war eine Schl\u00fcsselfigur der 1989 gegr\u00fcndeten Untergrund-Bischofskonferenz. Er wurde jahrzehntelang inhaftiert und misshandelt. Man muss davon ausgehen, dass in Zukunft immer mehr liniengtreue Bisch\u00f6fe ernannt werden. Geregelt werden Bischofernennungen durch ein Abkommen zwischen dem Vatikan und der Volksrepublik China. Zwar werden Details geheim gehalten, aber Berichten zufolge erlaubt die Vereinbarung sowohl China als auch dem Vatikan, einen Bischofskandidaten zu akzeptieren oder abzulehnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Vereinbarung wurde im Oktober 2018 f\u00fcr zwei Jahre unterzeichnet und 2020 sowie 2022 jeweils um zwei Jahre verl\u00e4ngert. Vor dem Abkommen genoss die Untergrundkirche mehr interne religi\u00f6se Freiheit, wenn auch unter hohem Risiko. Daher kritisierten Menschenrechtsexperten diese Vereinbarung von Anfang an und betonten, sie werde dazu missbraucht, Druck auf die Gl\u00e4ubigen der chinesischen Untergrundkirche auszu\u00fcben, sich der staatlich kontrollierten Chinesisch-Katholisch-Patriotischen Vereinigung anzuschlie\u00dfen. Ein bekannter und von der KP verfolgter Kritiker ist der fr\u00fchere Bischof von Hongkong, Kardinal Joseph Zen Ze-kiun. Seit der Unterzeichnung des Abkommens sollen in China sechs Bisch\u00f6fe mit staatlicher und vatikanischer Genehmigung geweiht worden sein. Die Menschenrechtsverletzungen und die Einschr\u00e4nkung der Religionsfreiheit durch die KP Chinas sind auch im Vatikan bekannt. Wird Papst Franziskus die Situation der zw\u00f6lf Millionen Christen weiterhin \u00f6ffentlich ignorieren?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Erschienen in tabularasa Magazin am &nbsp;18. April 2023.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>fahne flagge china, Quelle: jorono, Pixabay License Freie kommerzielle Nutzung Kein Bildnachweis n\u00f6tig<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>China: \u201eEinheit \u00fcber Glaubensfreiheit \u2013 KP-treuer Bischof betreibt Sinisierung von Katholiken\u201c Martin Lessenthin Waren Sie an Ostern in der Kirche? Wer hierzulande einen Gottesdienst besuchen wollte, konnte dies ohne Probleme tun. F\u00fcr Christen in Deutschland ist dies eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Ganz anders sieht es dagegen in der Volksrepublik China aus. 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