{"id":3186,"date":"2023-11-02T14:52:55","date_gmt":"2023-11-02T14:52:55","guid":{"rendered":"http:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/?p=3186"},"modified":"2023-11-02T14:52:55","modified_gmt":"2023-11-02T14:52:55","slug":"kuba-vom-arbeitslager-zur-ehe-fuer-alle-das-neue-lgbt-paradies-in-der-karibik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/?p=3186","title":{"rendered":"Kuba: Vom Arbeitslager zur Ehe f\u00fcr Alle \u2013 das neue LGBT Paradies in der Karibik?"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kuba: Vom Arbeitslager zur Ehe f\u00fcr Alle \u2013 das neue LGBT Paradies in der Karibik?<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p>Vor der kommunistischen Macht\u00fcbernahme von 1959 war Kuba schon kein guter Ort f\u00fcr Lesben und Schwule. Wie in vielen L\u00e4ndern zu dieser Zeit war Homosexualit\u00e4t sozial ge\u00e4chtet. Allerdings gab es auch keine aktive staatliche Verfolgung von Lesben und Schwulen. Dies \u00e4nderte sich nach 1959 schlagartig. Das neue kommunistische Regime agierte extrem homophob und sah Homosexualit\u00e4t als ein s\u00fcndhaftes Laster an, sozusagen als Symbol von kapitalistischer Dekadenz. Dementsprechend wurde die Verfolgung m\u00e4nnlicher Homosexueller offizielle Politik des Staates. Schwule M\u00e4nner wurden die 1960er Jahre \u00fcber in Arbeitslager gesperrt, wo sie Zwangsarbeit leisten mussten. Diese Zeiten sind in Kuba nun aber Vergangenheit. Homosexualit\u00e4t steht nicht mehr unter Strafe und seit 2022 d\u00fcrfen sich homosexuelle Menschen auf Kuba sogar das Ja Wort geben. Mariela Castro, Tochter des langj\u00e4hrigen Diktator Raul Castro, betreibt mit dem Zentrum f\u00fcr Sexualkunde (CENESEX) eine staatliche Organisation, die sich unter anderem f\u00fcr die Rechte von LGBTQ-Kubanern stark macht. In der offiziellen Propaganda gibt man sich also betont offen und LGBTQ-freundlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber entspricht das wirklich der Realit\u00e4t? Leider ist dies nicht der Fall. Wie immer in Kuba gibt es die offizielle Propaganda auf der einen Seite und die Realit\u00e4t auf der anderen. Zwar wird Niemand mehr auf Kuba vom Staat wegen seiner Homosexualit\u00e4t verfolgt oder eingesperrt, aber Homosexuelle haben immer noch einen schweren Stand im Land. Denn Kuba ist eine lateinamerikanische Macho-Gesellschaft mit sehr traditionellem Verst\u00e4ndnis der Geschlechterrollen. Homophobie ist dementsprechend in der Gesellschaft weiterhin weit verbreitet. Schwule und Lesben werden verspottet und man geht ihnen aus dem Weg. Deshalb verbergen auch heute noch viele Kubaner ihre sexuelle Orientierung vor Familie, Freunden und Kollegen. Es gibt auch Gewalt gegen Schwule, manchmal sogar mit t\u00f6dlichem Ausgang. Ein positiver Nebeneffekt des kubanischen Polizeistaates ist jedoch, dass die Zahl der Gewaltdelikte insgesamt unter dem lateinamerikanischen Durchschnitt liegt. Dementsprechend gibt es auch weniger Gewalt gegen LGBTQ als in so manchem Nachbarland.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"701\" src=\"http:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Kuba2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3188\" srcset=\"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Kuba2.jpg 1024w, https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Kuba2-300x205.jpg 300w, https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Kuba2-768x526.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Realit\u00e4t: Die kubanische Staatssicherheit l\u00f6st eine LGBT-Demo in Havanna gewaltsam auf<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Umstand, dass Kuba ein Polizeistaat ist, hat jedoch \u00fcberwiegend negative Auswirkungen auf das Leben der kubanischen LGBTQ. Zwar gibt es mit dem CENESEX eine staatliche Organisation, die sich vordergr\u00fcndig f\u00fcr die Rechte der homosexuellen Kubaner einsetzt. Allerdings tut die Organisation in der Realit\u00e4t kaum etwas f\u00fcr die Rechte dieser Menschen. Denn die wahre Aufgabe von CENESEX besteht darin, dass schlechte Image der homophoben Diktatur aufzubessern. Hat man fr\u00fcher Schwule in Lager gesperrt, kann man sich jetzt damit br\u00fcsten, eine staatliche Organisation zu betreiben, die die Rechte dieser Minderheit sch\u00fctzt und f\u00f6rdert. Wenn sich homosexuelle Kubaner sich f\u00fcr ihre Rechte einsetzen m\u00f6chten, k\u00f6nnen sie das nur tuen, in dem sie sich bei CENESEX einbringen. Da CENESEX aber nur zur Show existiert, haben Kubaner die wirklich die Situation der LGBTQ im Land verbessern m\u00f6chten ein Problem. Denn jeder unabh\u00e4ngige Aktivismus ruft den kubanischen Polizeistaat auf den Plan. Die Staatsicherheit verfolgt gnadenlos alle Versuche von kubanischen LGBTQ sich unabh\u00e4ngig zu organisieren. Die Palette der Repressalien reicht von Einsch\u00fcchterungen \u00fcber Berufsverbote, Verhaftungen und langj\u00e4hrigen Gef\u00e4ngnisstrafen. Versuche f\u00fcr die Rechte von LGBTQ zu demonstrieren, werden wie alle nicht-staatlichen Demonstrationen auf Kuba von den Sicherheitskr\u00e4ften gewaltsam unterbunden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"805\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Kuba-805x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3187\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Propaganda: Mariela Castro demonstriert in Hamburg f\u00fcr LGBT-Rechte<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend l\u00e4sst sich also sagen, dass sich die Situation der LGBTQ in Kuba seit den 1960ern Jahren zwar verbessert hat. Allerdings leiden LGBTQ noch immer unter Homophobie im kubanischen Alltag. Wie alle Kubaner bekommen sie sehr schnell Probleme mit dem Staat, wenn sie versuchen sich unabh\u00e4ngig f\u00fcr ihre Rechte einzusetzen. Der Umstand, dass Kuba eine Diktatur ist, hat deshalb auch negative Auswirkungen auf die Rechte der LGBTQ Kubaner. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>Fernando Rivas<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kuba: Vom Arbeitslager zur Ehe f\u00fcr Alle \u2013 das neue LGBT Paradies in der Karibik? Vor der kommunistischen Macht\u00fcbernahme von 1959 war Kuba schon kein guter Ort f\u00fcr Lesben und Schwule. Wie in vielen L\u00e4ndern zu dieser Zeit war Homosexualit\u00e4t sozial ge\u00e4chtet. Allerdings gab es auch keine aktive staatliche Verfolgung von Lesben und Schwulen. 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