{"id":3258,"date":"2023-12-14T09:49:13","date_gmt":"2023-12-14T09:49:13","guid":{"rendered":"http:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/?p=3258"},"modified":"2023-12-14T10:52:46","modified_gmt":"2023-12-14T10:52:46","slug":"kuba-statt-religionsfreiheit-staatliche-zwangsregistrierung-und-repressalien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/?p=3258","title":{"rendered":"Kuba: Statt Religionsfreiheit staatliche Zwangsregistrierung und Repressalien"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kuba: Statt Religionsfreiheit staatliche Zwangsregistrierung und Repressalien<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Kuba ist ein totalit\u00e4r regierter Staat unter der alleinigen F\u00fchrung der kommunistischen Partei. Seit der Machtergreifung der Kommunisten 1959 gibt es keine freien Wahlen. Alle Freiheitsrechte wurden der kubanischen Bev\u00f6lkerung geraubt. Demokratische Parteien und Gewerkschaften sind verboten. Weder Meinungsfreiheit noch Religionsfreiheit, weder Versammlungsfreiheit noch Reisefreiheit usw.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der diktatorische kubanische Staat will alles kontrollieren, auch den Glauben, und verlangt, dass sich religi\u00f6se Gemeinschaften auf Kuba registrieren lassen. Diese Registrierung erfolgt in einem aufwendigen Verfahren beim Justizministerium. Nur staatlich registrierte religi\u00f6se Gemeinschaften d\u00fcrfen ihr religi\u00f6ses Leben praktizieren, also insbesondere ihre Gottesdienste feiern. Viele gl\u00e4ubige Christen, Juden, oder Rastafaris wollen ihren Glauben pers\u00f6nlich und ohne Staat leben und stehen daher im Konflikt mit dem Staat.<br><br><strong>Genehmigungspflicht f\u00fcr besondere religi\u00f6se Aktivit\u00e4ten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Alle religi\u00f6sen Aktivit\u00e4ten, die \u00fcber den gew\u00f6hnlichen regelm\u00e4\u00dfigen Gottesdienst hinausgehen, m\u00fcssen zuvor von den zust\u00e4ndigen lokalen Beh\u00f6rden genehmigt werden: also etwa Gebetsveranstaltungen au\u00dferhalb der gew\u00f6hnlichen Gebetsst\u00e4tten, Prozessionen, Reparaturen an oder der Neubau von Gebetsst\u00e4tten und Versammlungsr\u00e4umen, der Import von religi\u00f6ser Literatur aus dem Ausland, der Empfang von ausl\u00e4ndischen Besuchern oder die Reise ins Ausland f\u00fcr religi\u00f6se Zwecke. In vielen F\u00e4llen ist der Staat dabei aber sehr restriktiv und verweigert die entsprechenden Genehmigungen, etwa f\u00fcr Auslandsreisen oder f\u00fcr den Besuch von ausl\u00e4ndischen G\u00e4sten. Auch der Zugang zu den Medien unterliegt weiterhin starken Beschr\u00e4nkungen.<br><br>Gl\u00e4ubige, die sich den strengen staatlichen Kontrollen entziehen, m\u00fcssen mit ernsthaften Konsequenzen rechnen. Religi\u00f6se F\u00fchrer, die sich der Kooperation mit dem Staat verweigern und der rigiden staatlichen Kontrolle und staatlichen Einmischung in die inneren Angelegenheiten ihrer Religionsgemeinschaft entziehen wollen, werden vom Staat schikaniert und unter Druck gesetzt. Das geht bis hin zu Verhaftungen und Gef\u00e4ngnisstrafen. Gl\u00e4ubige erleben immer noch Benachteiligungen am Arbeitsplatz, vermutlich wegen ihres christlichen Bekenntnisses. Bis heute gibt es noch keinen wirklichen Durchbruch bei der R\u00fcckgabe ehemaliger kirchlicher Geb\u00e4ude, die der Staat vor vier Jahrzehnten beschlagnahmt hat.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Repressalien gegen Eltern und Kinder<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eltern, die ihre Kinder nicht zur kommunistischen Pionierorganisation Jos\u00e9 Mart\u00ed schicken, werden Opfer von Repressalien, am Arbeitsplatz, bei Zuweisung und Verteilung von Wohnraum und anderen G\u00fctern. Wenn junge Menschen aufgrund ihres Glaubens nicht in der kubanischen Armee dienen wollen, drohen Gef\u00e4ngnis und harte Repressalien gegen Angeh\u00f6rige,\u201c erl\u00e4utert der Menschenrechtsexperte Martin Lessenthin. Lessenthin weiter: \u201eDie Kinder und Jugendlichen erleiden Nachteile in der Schule und ihnen wird h\u00f6here Bildung verweigert.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Druck auf Christen und Andersdenkende in dem Inselstaat nimmt zu<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In einer Erkl\u00e4rung vom 8. November hat die interkonfessionelle Allianz der Christen Kubas die Regierung zur Wahrung der Religionsfreiheit aufgefordert. Der Aufruf geschieht vor dem Hintergrund zunehmender Repressalien gegen Andersdenkende. Dadurch hat sich auch die Lage der kubanischen Christen in den vergangenen Jahren sp\u00fcrbar verschlechtert.<\/p>\n\n\n\n<p>2021 waren in Kuba unter anderem wegen zahlreicher Menschenrechtsverletzungen Proteste gegen das kommunistische Ein-Parteien-Regime ausgebrochen. Als Folge davon versch\u00e4rfte die Regierung ihre repressiven Ma\u00dfnahmen gegen alle, die sie auf der Seite der Opposition w\u00e4hnte. Darunter waren auch christliche Leiter wie Lorenzo Rosales Fajardo. Der Pastor wurde w\u00e4hrend eines friedlichen Protestmarsches im Juli 2021 verhaftet und sp\u00e4ter zu einer 7-j\u00e4hrigen Haftstrafe verurteilt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"http:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/PHOTO-2023-12-14-11-30-40.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3271\" srcset=\"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/PHOTO-2023-12-14-11-30-40.jpg 800w, https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/PHOTO-2023-12-14-11-30-40-300x225.jpg 300w, https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/PHOTO-2023-12-14-11-30-40-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Offiziell sind bereits 10 Prozent der Bev\u00f6lkerung Kubas evangelische Christen &#8211; \u00fcber eine Million Menschen. Quelle: zVG<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Kubanische Christen rufen zum Schutz der Religionsfreiheit auf<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In ihrer aktuellen Erkl\u00e4rung betonen die Mitglieder der Allianz der Christen zun\u00e4chst ihr wichtigstes Anliegen, \u201edas Werk Gottes in der kubanischen Nation zu st\u00e4rken\u201c. Sie verpflichten sich unter anderem dazu, \u201eeine auf gegenseitigem Respekt und Zusammenarbeit beruhende Gemeinschaft zu entwickeln und zu pflegen, um unseren Kirchen, Gemeinschaften und unserem Land auf der Grundlage des Glaubens zu helfen, sie zu heilen und zu erbauen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig rufen sie die Regierung dazu auf, \u201edas Vereinigungsrecht jeder religi\u00f6sen Bewegung auf der Insel anzuerkennen und ihr einen legalen Status sowie gesetzlichen Schutz zu gew\u00e4hren\u201c. Dar\u00fcber hinaus fordern sie, \u201edas Recht jedes kubanischen B\u00fcrgers zu respektieren, alle ihm innewohnenden Rechte auszu\u00fcben, und ihn daf\u00fcr nicht zu verfolgen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Staatliche Ideologie widerspricht christlichen \u00dcberzeugungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Viele christliche Kirchen in Kuba gelten als illegal, weil ihnen die Registrierung verweigert wurde. Diese nichtregistrierten Kirchen werden als \u201eRebellen\u201c betrachtet und m\u00fcssen mit Strafen rechnen, die von Geldstrafen bis zur Schlie\u00dfung ihrer Organisationen, der Verfolgung ihrer Leiter und der Beschlagnahmung ihres Eigentums reichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das christliche Hilfswerk Open Doors\u201c kritisiert: \u201eWenn Kirchenleiter oder christliche Aktivisten das Regime kritisieren, drohen ihnen Verhaftungen, Verleumdungskampagnen, Einschr\u00e4nkungen der Bewegungsfreiheit, Gef\u00e4ngnisstrafen und\/oder Schikanen durch die Regierung und ihre Sympathisanten.\u201c \u201eDie ideologischen Vorgaben der Regierung stehen an vielen Stellen im Widerspruch zu den \u00dcberzeugungen der Christen. Das beginnt mit der streng kommunistischen Erziehung der Kinder und ber\u00fchrt viele ethische Fragen bei so zentralen Themen wie Ehe und Familie. Durch die strenge \u00dcberwachung sowohl von Privatpersonen als auch von Gottesdiensten besteht jederzeit die Gefahr, ins Visier der Beh\u00f6rden zu geraten\u201c so Open Doors weiter..<\/p>\n\n\n\n<p>Allein im Jahr 2022 wurden nach Angaben der Kubanischen Beobachtungsstelle f\u00fcr Menschenrechte (OCDH), mehr als 1.000 Vorf\u00e4lle registriert, bei denen die Religionsfreiheit verletzt wurde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kuba: Statt Religionsfreiheit staatliche Zwangsregistrierung und Repressalien Kuba ist ein totalit\u00e4r regierter Staat unter der alleinigen F\u00fchrung der kommunistischen Partei. Seit der Machtergreifung der Kommunisten 1959 gibt es keine freien Wahlen. Alle Freiheitsrechte wurden der kubanischen Bev\u00f6lkerung geraubt. Demokratische Parteien und Gewerkschaften sind verboten. Weder Meinungsfreiheit noch Religionsfreiheit, weder Versammlungsfreiheit noch Reisefreiheit usw. 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