{"id":3361,"date":"2024-04-03T14:25:32","date_gmt":"2024-04-03T14:25:32","guid":{"rendered":"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/?p=3361"},"modified":"2024-04-05T09:18:57","modified_gmt":"2024-04-05T09:18:57","slug":"kubanischen-machtelite-fuerchtet-sich-vor-regimekritischen-christen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/?p=3361","title":{"rendered":"Kubanischen Machtelite f\u00fcrchtet sich vor regimekritischen Christen"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Verbotene Osterprozessionen zeigen Angst<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kubanischen Machtelite f\u00fcrchtet sich vor regimekritischen Christen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Von Fernando Rivas<\/p>\n\n\n\n<p>Das kommunistische Regime auf Kuba hatte schon immer ein schwieriges Verh\u00e4ltnis zur Religion. W\u00e4hrend die Religionsaus\u00fcbung bis in die fr\u00fchen 1990er Jahre sogar offiziell ge\u00e4chtet war und massiv unterdr\u00fcckt wurde, lockerte das Regime seine Einstellung zur Religion in der schweren Wirtschaftskrise dieser Jahre. Sogar der Papst wurde eingeladen, um den ehemals offiziell atheistischen Staat zu besuchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Getreu nach Karl Marx, wonach Religion Opium f\u00fcr das Volk sei, hoffte das Regime, dass die unterdr\u00fcckten Menschen, Zuflucht im Wort Gottes suchen, statt gegen Hunger und Elend auf die Stra\u00dfe zu gehen. Das Zur\u00fcckfahren der antireligi\u00f6sen Unterdr\u00fcckung stand also im Zeichen des Machterhalts der Diktatur.<\/p>\n\n\n\n<p>Seitdem sind rund 30 Jahre vergangen und Kuba steckt abermals in einer schweren Wirtschaftskrise. Es mangelt an Lebensmitteln und Medikamenten, es kommt jeden Tag zu stundenlangen Stromausf\u00e4llen und die Inflationsrate ist sehr hoch. Im Gegensatz zu den 1990ern Jahren hat das Regime dieses Mal nicht die M\u00f6glichkeit die Unterdr\u00fcckung der Religionsaus\u00fcbung zu lockern. Im Gegenteil, denn seit den 1990ern sind auf Kuba viele kleinere evangelikale Kirchen entstanden, von denen etliche antikommunistisch eingestellt sind. Neben den Intellektuellen sind evangelikale Christen besonders h\u00e4ufig in der kubanischen Opposition vertreten. Das Regime stuft diese Kirchen als Bedrohung ein und l\u00e4sst sie durch die Staatssicherheit \u00fcberwachen und unterdr\u00fccken. Pastoren, die mit ihrer Kritik am Regime gar zu laut werden, landen ziemlich schnell f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit hinter Gittern. So sind unter den \u00fcber 1100 politischen Gefangenen, die in kubanischen Gef\u00e4ngnissen unter unmenschlichen Bedingungen ihr Dasein fristen, einige evangelikale Christen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 17. M\u00e4rz 2024 kam es in Kuba &#8211; zwei Wochen vor Ostern &#8211; in mehreren Orten zu spontanen Demonstrationen aufgrund der desolaten Versorgungslage. Dies waren die gr\u00f6\u00dften Demonstrationen in Kuba seit den Massenprotesten vom 11 Juli 2021. Genau wie damals reagierte das Regime mit Gewalt und Repression. Polizei und Stasi kn\u00fcppelten die Demonstranten nieder und es kam zu dutzenden Verhaftungen. Gleichzeitig ist das Regime hochgradig nerv\u00f6s, weitere Proteste sollen auf jeden Fall unterbunden werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus diesem Grund waren auch die Osterfeierlichkeiten 2024 in das Visier des Regimes geraten. Kuba, noch immer kulturell eng verbunden mit Spanien, hat wie das ehemalige Mutterland eine Tradition von gro\u00dfen christlichen Oster-Prozessionen. Die Machthaber in Partei und Milit\u00e4r bef\u00fcrchteten, dass sich diese spontan zu Anti-Regime Demonstrationen entwickeln k\u00f6nnen. Deshalb wurde mit Verboten reagiert.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend die Prozessionen der katholischen Kirche bis auf wenige Ausnahmen stattfinden d\u00fcrfen, werden die geplanten M\u00e4rsche der meisten evangelikalen Kirchen verboten. Dies erkl\u00e4rt sich dadurch, dass die katholische Kirche auf Kuba sich oberfl\u00e4chlich betrachtet mit dem Regime arrangiert hat. Von katholischen Pfarrern kommt \u00e4u\u00dferst selten Kritik an den Verh\u00e4ltnissen auf Kuba. Es gibt einige Ausnahmen von kritischen katholischen Pfarrern. Es sind wiederum deren Gemeinden die von den wenigen Verboten katholischer Prozessionen betroffen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den evangelikalen Kirchen ist die Situation genau umgekehrt. Da hier die meisten von ihnen kritisch gegen\u00fcber dem Regime eingestellt sind, durften sie keine Osterprozessionen abhalten. Die wenigen evangelikalen Kirchen, die eine Erlaubnis erhalten haben, sind diejenigen die sich mit Kritik am Regime zur\u00fcckhalten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>30 Jahre sind eine lange Zeit. Auf Kuba hat sich in den 30 Jahren wenig ver\u00e4ndert. Das Volk leider heute wie damals an Mangel und Unterdr\u00fcckung. Das Land ist noch immer eine kommunistische Diktatur. Auch die Religion ist weiterhin ein Spielball der M\u00e4chtigen im Land, die sich dem bedingungslosen Machtanspruch der Kommunisten unterzuordnen hat.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"643\" height=\"368\" src=\"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Untitled-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3362\" srcset=\"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Untitled-1.png 643w, https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Untitled-1-300x172.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 643px) 100vw, 643px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Osterprozession in Villa Clara auf Kuba 2023. Bild: 24ymedio<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verbotene Osterprozessionen zeigen Angst Kubanischen Machtelite f\u00fcrchtet sich vor regimekritischen Christen Von Fernando Rivas Das kommunistische Regime auf Kuba hatte schon immer ein schwieriges Verh\u00e4ltnis zur Religion. 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