{"id":3912,"date":"2026-03-13T13:29:09","date_gmt":"2026-03-13T13:29:09","guid":{"rendered":"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/?p=3912"},"modified":"2026-03-13T13:29:09","modified_gmt":"2026-03-13T13:29:09","slug":"menschenrechtler-lessenthin-christen-im-iran-unter-generalverdacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/?p=3912","title":{"rendered":"Menschenrechtler Lessenthin: Christen im Iran unter Generalverdacht"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Menschenrechtler Lessenthin: <\/h5>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Christen im Iran unter Generalverdacht<\/h2>\n\n\n\n<p><strong><em>Der Menschenrechtsexperte Martin Lessenthin sieht Christen im Iran nach dem Krieg mit den USA und Israel massiv unter Druck: Religi\u00f6se Minderheiten w\u00fcrden vom Regime gezielt als Sicherheitsrisiko und S\u00fcndenb\u00f6cke markiert.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"683\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/M.-Lessenthin-Bild-BfM-683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3913\" style=\"width:316px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/M.-Lessenthin-Bild-BfM-683x1024.jpg 683w, https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/M.-Lessenthin-Bild-BfM-200x300.jpg 200w, https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/M.-Lessenthin-Bild-BfM-768x1152.jpg 768w, https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/M.-Lessenthin-Bild-BfM-1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/M.-Lessenthin-Bild-BfM-1365x2048.jpg 1365w, https:\/\/botschafter-menschenrechte.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/M.-Lessenthin-Bild-BfM-scaled.jpg 1707w\" sizes=\"auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Frankfurt a.M. (epd). Der Menschenrechtsexperte Martin Lessenthin blickt mit gro\u00dfer Sorge auf die Lage von Christinnen und Christen im Iran: Seit Beginn des Krieges mit den USA und Israel sei jeder Kontakt in die &#8222;freie Welt&#8220; zur Lebensgefahr geworden, Untergrundgemeinden h\u00e4tten ihre Treffen und digitale Gruppen eingestellt, sagte der fr\u00fchere Sprecher der Menschenrechtsorganisation IGFM dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die gegen sie eingesetzte besondere H\u00e4rte sei eine Machtdemonstration und ein Signal der islamistischen F\u00fchrung an die Zivilgesellschaft. Der Historiker Lessenthin ist seit 2023 Mitherausgeber der Jahrb\u00fccher f\u00fcr Religionsfreiheit und Botschafter f\u00fcr Menschenrechte.<\/p>\n\n\n\n<p>epd: Wie wirkt sich der aktuelle Konflikt mit den USA und Israel konkret auf den Alltag von Christinnen und Christen im Iran aus &#8211; etwa bei \u00dcberwachung, Verhaftungen oder Einschr\u00e4nkungen des Gemeindelebens?<\/p>\n\n\n\n<p>Martin Lessenthin: Christen stehen &#8211; wie viele andere Iraner &#8211; an der Seite des Volkes und teilen dessen Leid und Hoffnung. Aktuell bedeutet jeder Kontakt in die freie Welt Lebensgefahr. Viele Christen haben sich an den Januar-Demonstrationen beteiligt. Unter ihnen hat es Verletzte und Tote gegeben. Etliche wurden verhaftet oder verschleppt. Das Gemeindeleben steht still.<\/p>\n\n\n\n<p>Religi\u00f6se Minderheiten unter Generalverdacht<\/p>\n\n\n\n<p>epd: Inwiefern werden insbesondere Konvertiten und evangelikale Christen nach den j\u00fcngsten Milit\u00e4rschl\u00e4gen noch st\u00e4rker als &#8222;Sicherheitsrisiko&#8220; oder gar als &#8222;Spione des Westens&#8220; und &#8222;Zionisten&#8220; stigmatisiert?<\/p>\n\n\n\n<p>Lessenthin: Die christlichen Untergrundgemeinden sind in gr\u00f6\u00dfter Gefahr. Sie stehen unter Generalverdacht, so wie auch die Mitglieder der Baha\u2019i-Gemeinschaft, die wenigen Juden und Mand\u00e4er. Die gegen sie eingesetzte besondere H\u00e4rte ist eine Machtdemonstration und ein Signal der islamistischen F\u00fchrung an die Zivilgesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>epd: Wie erleben iranische Christinnen und Christen die aktuelle Situation: \u00dcberwiegen Angst und R\u00fcckzug, oder berichten Gemeindeleiter auch von neuer Hoffnung auf gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen?<\/p>\n\n\n\n<p>Lessenthin: Die Ernennung von Modschtaba Chamenei, des Sohns von Ali Chamenei, zum neuen obersten F\u00fchrer ist ein fatales Zeichen f\u00fcr die religi\u00f6sen Minderheiten. In den letzten Tagen sind fast alle Kontakte ausgesetzt. Untergrundgemeinden treffen sich nicht mehr. WhatsApp-Gruppen existieren nicht mehr, weil aus Angst vor den Revolutionsgarden alle Mitglieder ausgetreten sind. Die Gefahr ist zu gro\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Keine Abschiebungen<\/p>\n\n\n\n<p>epd: Was erwarten Menschenrechtsorganisationen jetzt konkret von westlichen Regierungen und auch von den Kirchen &#8211; etwa in Bezug auf Schutz von Konvertiten, Visaregelungen, diplomatischen Druck oder \u00f6ffentliche F\u00fcrbitte- und Solidarit\u00e4tsaktionen?<\/p>\n\n\n\n<p>Lessenthin: In einen Iran der Mullahs darf es keine Abschiebungen mehr geben. Dieses System will ihr Land in den Krieg f\u00fchren und die R\u00fcckkehr des &#8222;verlorenen Propheten Mehdi&#8220; provozieren, der dann den weltweiten islamischen Gottesstaat errichten soll. Nach einem Fall des Regimes und einem kriegerischen Konflikt wird es viele Opfer zu beklagen geben. Praktische Hilfe durch \u00c4rzte und Traumatherapeuten wird n\u00f6tig sein. Auch Christen ben\u00f6tigen solche Unterst\u00fctzung, denn viele waren im Gef\u00e4ngnis und sind durch Haft und Folter traumatisiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Menschenrechtler Lessenthin: Christen im Iran unter Generalverdacht Der Menschenrechtsexperte Martin Lessenthin sieht Christen im Iran nach dem Krieg mit den USA und Israel massiv unter Druck: Religi\u00f6se Minderheiten w\u00fcrden vom Regime gezielt als Sicherheitsrisiko und S\u00fcndenb\u00f6cke markiert. Frankfurt a.M. (epd). 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